Spanisch im Ausland lernen Meine Erfahrung des Lernens einer fremden Sprache in Argentinien

Meine Erfahrung des Lernens einer fremden Sprache in Argentinien

Ich habe bereits in der Uni in Deutschland angefangen, Spanisch zu lernen. Dort allerdings immer nur eine Stunde pro Woche und das Spanisch, das in Spanien gesprochen wird. Dementsprechend groß war der Schock, als ich in Buenos Aires gelandet bin und plötzlich so gut wie nichts mehr verstanden habe. Dachte ich doch vorher, dass mein Spanisch eigentlich gar nicht so schlecht sei, wurde ich hier schnell eines besseren belehrt. Der argentinische Akzent unterscheidet sich sehr vom spanischen, weshalb es für mich anfangs schwierig war, die einfachsten Sätze zu verstehen. Das “llamo” in “Me llamo Madeleine” (Ich heiße Madeleine) wird im spanischen Spanisch beispielsweise “jamo” ausgesprochen, hier in Buenos Aires allerdings “schamo”. Und dies ist nur eines der vielen Beispiele, die mich oft in Verzweiflung getrieben haben. Eine weitere Sache, der ich mir anfangs nicht bewusst war ist, dass hier in Buenos Aires weder die Formen “tú” (2. Person singular) noch “vosotros” (2. Person plural) existieren. Anstelle des “tú” wird “vos” benutzt, die Form “vosotros” gibt es gar nicht. Sie wird durch “ustedes” ersetzt – ein Glück für mich, denn die Konjugationen des “vosotros” waren für mich immer am schwierigsten zu lernen.

Ursprünglich kam ich nach Buenos Aires, um mein Auslandssemester zu absolvieren, entschied mich nach einer gewissen Zeit dann aber dazu, doch noch einen Sprachkurs zu absolvieren, um meine Sprachkenntnisse zu festigen und mehr des argentinischen Akzents zu verstehen. Jetzt nach drei Monaten in Buenos Aires kann ich sagen, dass eine Sprache zu lernen mehr Kunst statt Wissenschaft ist. Es ist nicht so binär wie das Lernen anderer Fächer, wie zum beispiel Mathe oder Finanzierung, bei denen es schlicht um logisches Verständnis geht. Beim Lernen einer Sprache braucht jeder sein eigenes Tempo, wobei die Geschwindigkeit der Fortschritte auch von der eigenen Muttersprache, den restlichen gesprochenen Sprachen und der natürlichen Fähigkeit, fremde Sprachen zu lernen, abhängt.

Mit diesen Sachen im Hinterkopf, folgen hier einige meiner Beobachtungen des Spanischlernens!


Konjugation der spanischen Verben

Für die meisten, die Spanisch lernen ist die Konjugation der Verben die schwerste Sache überhaupt. Während das Konzept der Konjugationen nahezu dasselbe ist, wie im Deutschen, so gibt es jedoch einige spezielle, unregelmässige Verben, die komplizierter und für mich schwerer zu lernen waren. Genau wie im Deutschen, gibt es auch im Spanischen den Infinitiv (infinitivo) und die konjugierten Formen des jeweiligen Verbs. Für Deutsche mag das Konjugieren eventuell leichter sein, als beispielsweise für englischsprechende Personen. Das Verb “to talk” hat beispielsweise im Englischen nur zwei Formen: I/you/we/they talk und he/she/it talks, was das Ganze ein wenig erleichtert. Im Deutschen haben wir fast für jede Person eine andere Konjugation, so wie es auch im Spanischen der Fall ist. Um das selbe Beispiel zu nehmen: Ich rede, du redest, er/sie/es redet, wir reden, ihr redet, sie reden. Im Spanischen ist der infintivo hablar und auch hier gibt es für jedes Pronomen eine konjugierte Form: Yo hablo, vos hablás, ella/él habla, nosotros hablamos, ellos hablan. Komplizierter wird es, wenn es um die Vergangenheitsformen und die unregelmäßigen Verben geht.

Busting the Negative Myths of Argentine Spanish

Die Geschwindigkeit in der Muttersprachler sprechen

Letztes Jahr habe ich zwei Wochen in Madrid in einer Familie verbracht, um mein Spanisch ein wenig aufzubessern. Dort dachte ich schon gelegentlich: “Oh, die sprechen aber schnell”, und habe oftmals nur Bahnhof verstanden. Dementsprechend fühlte ich mich danach jedoch für mein Abenteuer in Buenos Aires und die Geschwindigkeit des Spanischsprechens gewappnet. Jedoch: Fehlanzeige. Spanisch in Buenos Aires ist eine andere Welt. Die Porteños (Einwohner von Buenos Aires) sprechen super schnell und nuscheln gelegentlich nur so vor sich hin, sodass es sich anhört als würden viele Wörter zu einem langen verschmelzen.
Aus diesem Grund kann es manchmal ziemlich entmutigend wirken, wenn du nach dem Unterricht die Schule verlässt und statt einem deutlich sprechenden Lehrer plötzlich die reale Welt vor dir siehst, in der du mit Glück die Hälfte verstehst.
Da ich jetzt aber schon seit dreieinhalb Monaten in Buenos Aires lebe, habe ich mich an die Aussprache der Porteños gewöhnt und mir deren Akzent teilweise sogar selbst angeeignet (Ja, er gefällt mir nun sogar um einiges besser, als der des spanischen Spanisch). Dies war jedoch ein relativ langer Prozess und dauert seine Zeit – Sprechen und Zuhören ist nunmal in den meisten Fällen der schwierigste Teil des Erlernens einer fremden Sprache.

Die Schwierigkeit außerhalb des Unterrichts zu lernen

Ein weiteres Hindernis, an das viele vorher wahrscheinlich nicht denken, ist die Schwierigkeit außerhalb der Klasse bzw. des Unterrichts die Sprache zu lernen und zu festigen. In der Uni war ich stets zum Lernen gezwungen, da es darum ging, gute Noten zu bekommen. Also machte ich meine Hausaufgaben, lernte für Klausuren und Abschlussprüfungen, um letztlich einen guten Job zu finden. Die spanische Sprache zu lernen beruht nun allerdings vielmehr auf persönlicher Motivation, weshalb es nicht selten passiert, dass man statt irreguläre Verben zu lernen lieber die nächste Parrilla (Steak Restaurant) aufsucht, um sich mit Freunden einen netten Abend zu machen. Wie schon in der Schule und später in der Uni ist das Aufschieben von Lernstoff auch hier der Gegner, den es zu bekämpfen gilt. Es will gesagt sein, dass es viel Entschlossenheit und Eigenwille braucht, in der Freizeit zu studieren.

Tipps, die helfen, eine fremde Sprache in der Freizeit zu lernen

Wie bereits erwähnt benötigt es viel Eigenwille und Entschlossenheit, dem Erlernen einer Sprache auch außerhalb des Klassenraums nachzugehen. An dieser Stelle kann ich jedoch für mich sagen, dass meine Motivation stets sehr groß war, mich zu verbessern, da dies der Grund war, warum ich nach Buenos Aires gekommen bin. Mein großes Glück ist, dass ich mit 18 Leuten aus aller Welt zusammen lebe und wir uns zum Ziel gesetzt haben, so viel Spanisch wie möglich zu sprechen. War es anfangs noch ein etwas holpriges Mischmasch aus Englisch und Spanisch, kann ich jetzt sagen, dass Spanisch zu unserer Hauptsprache geworden ist und wir kaum noch auf Englisch kommunizieren. Ich kann jedem nur wärmstens ans Herz legen, nicht nur mit Leuten aus dem eigenen Land zusammen zu wohnen oder lediglich Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen. Die Sprache lernt sich viel schneller und besser, wenn man auf sie angewiesen ist (abgesehen davon erweitert sich natürlich auch der kulturelle Horizont). Klar, zu Beginn tat ich mich schwer die richtigen Worte zu finden und fühlte mich nach einem langen Tag voller Spanisch komplett ausgelaugt. Dennoch: es hilft einfach drauf los zu reden, ohne sich für seine Fehler zu schämen, denn die macht jeder und von klein auf kriegen wir von unseren Eltern eingetrichtert, dass wir aus ihnen lernen (Und ja, sie haben Recht..).
Weitere Möglichkeiten die mir geholfen haben, mein Spanisch aufzubessern waren das Lesen von einfachen (Kinder-)Büchern, das Schauen von Filmen und Serien auf Spanisch (trotz der miserablen Synchronisation :-D) oder aber die Abende bei Mundo Lingo, einem kostenlosen Sprachaustausch in den Bars von Buenos Aires.

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Das Lernen der Spanischen Sprache in einem höheren Alter

Ich weiß, es klingt ein bisschen ironisch für eine 23-jährige zu sagen, dass es schwieriger ist, eine Sprache zu lernen, wenn man älter ist, aber es ist die Wahrheit. Ich lerne jetzt insgesamt seit drei Monaten Spanisch in Buenos Aires, wovon ich zwei zusätzlich in Vamos verbracht habe und kann sagen, dass ich mich sehr verbessert habe. Hätte ich dieses Niveau nach so kurzer Zeit in Deutschland erreicht, wäre ich entzückt gewesen. Nichtsdestotrotz finde ich mich gelegentlich in “Depriphasen” wieder, in denen ich denke, dass ich keine Fortschritte mehr mache, mir einige irregulären Wörter nicht mehr einfallen oder ich schlichtweg die Leute nicht verstehe, wenn sie in einer großen Gruppe unter sich reden.

Gruppenklassen mit Studenten in derselben Position

Genug der Beschreibungen meiner Beschwerden waehrend des Spanischlernens. Einer meiner favorisierten Teile des Lernens war der des Gruppenunterrichts. Vamos bietet beides an – Gruppen- und Einzelunterricht. Ich habe mich aus einigen Gründen dazu entschieden, Gruppenunterricht zu nehmen. Erstens existiert es eine Energie innerhalb der Klasse, die dabei hilft, eine neue Sprache zu lernen. Es gibt Tage, an denen du müde oder weniger interessiert am Geschehen bist. In diesen Momenten ist es ein großer Vorteil Klassenkameraden in derselben Situation zu haben, die dich pushen und motivieren können. In einer Gruppenklasse bist du zusammen mit Leute, die vor den gleichen Schwierigkeiten wie du stehen. So kam es ab und an vor, dass ich einige Aspekte des Unterrichts besser verstand als andere – in diesen Momenten einen Klassenkameraden zu haben, der dich versteht, ist Gold wert. Es zeigt dir, dass du nicht alleine mit deinen Schwierigkeiten da stehst. Letztlich ist das Lernen in einer Gruppe immer mit viel Spaß verbunden. Du sprichst konventionelles Spanisch, erzählst von deinem Wochenende oder deiner letzten Reise. So lernst du nicht nur die Sprache, sondern auch andere Kulturen kennen und findest neue Freunde aus aller Welt.

Die Sprache in einem Land lernen, in dem sie gesprochen wird

Ein weiterer Vorteil in Buenos Aires und speziell in Vamos studiert zu haben ist, dass ich die spanische Sprache in einem Land festigen konnte, in dem sie auch tatsächlich gesprochen wird. Ich habe festgestellt, dass du eine Sprache viel schneller lernst, wenn du in einem Land lebst, in dem sie die Menschen zum Kommunizieren nutzen. Habe ich Spanisch zuvor schon in Deutschland gelernt, musste ich jedoch feststellen, dass ich das meiste wieder verlernt hatte. Durch meinen Aufenthalt hier, konnte ich alles in der Sprachschule Erlernte in meiner Freizeit direkt anwenden und mich somit viel schneller verbessern. In vielen Alltagssituationen bist du hier auf Spanisch angewiesen und lernst so nach und nach immer mehr Vokabular und Redewendungen.
Alles in allem kann ich sagen, dass es keinesfalls einfach ist, Spanisch zu lernen und auch wenn die letzten Wochen oft anstrengend waren, habe ich eine Menge gelernt und hatte eine super Zeit in Vamos!

Wenn du mehr über unser Spanischprogramm in Buenos Aires erfahren möchtest, dann besuch uns in Avenida Coronel Diaz 1736, Buenos Aires, Argentinien Comuna 14 oder auf unserer Website vamospanish.com +54 11 5984-2201. Du kannst uns auch eine Email an [email protected] schicken.

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